Area Naturale Protetta di Interesse Locale Sterpaia

Während die meisten Touristen, die die Toskana besuchen zu den Sandstränden zwischen Viareggio und San Vincenzo strömen, wagen sich viel weniger an die schönen Strände nördlich von Follonica, im südlichsten Teil der Provinz Livorno, der sich an die Provinz Grosseto anschließt.

Sterpaia ist eine gute Alternative für Leute, die braun werden wollen, aber auch für diejenigen, die bereits gebräunt sind.

Man kann sich hier in der Sommersonne prächtig entspannen, aber auch Erkundungen in die Hügel des Hinterlandes wagen oder alte Wehrtürme bestaunen.

Man muss sich dann nicht mit Tausenden von anderen Touristen oder Einheimischen in Strandbädern quetschen, sondern geniest fast alleine an den Klippen von Piombino die Aussicht. Über Pfingsten war, wie Sie auf dem Bild sehen können, wirklich nicht viel los.

 

Hier finden Sie noch die ursprünglische Toskana, abseits der ausgetretenen Spuren von Cicena und Bibbona.

Nach fast dreißig Jahren unbefugter Bauarbeiten wurde Sterpaia renaturalisert und der Öffentlichkeit zurückgegeben. Heute sind die dreihundert Hektar von unerlaubten Bauarbeiten befreit und ein ökologisches System von Dünen, Feuchtgebieten und Waldgebieten ist entstanden.

Das besondere Merkmal von Sterpaia ist, dass hier wieder einige seltene Pflanzen vorkommen, wie zum Beispiel Eschen und spezielle Eichenarten.

Der Park erstreckt sich über fast 300 Hektar, von denen 17 Hektar allein nur Sandstrand sind, 124 Hektar Dünenlandschaft, als auch 155 Hektar Wald und landwirtschaftliche Anbaufläche.

Und wichtig für die Hundebesitzer unter uns, es gibt 2 ausgeschriebene Hundestrände, wo die vierbeinigen Freunde problemlos mit ans Wasser dürfen:

Spiaggia Mortelliccio 2 (Ovest)
Spiaggia Perelli 1 (Ovest). Das ist der Bereich in der Nähe vom "Torre del Sale"

Der "Torre del Sale" ist das nördliche Ende der Sterpaia und liegt in der Nähe der alten Salinen von Piombino. Heute liegt der antike Turm diekt neben der "Centrale Enel" (ist nicht mehr in Betrieb), die den gleichen Namen trägt und ist über die SP21 zu erreichen. Weiter Richtung Piombino lohnt es sich nicht zu fahren, denn hier fängt das Industriegebiet an.

Der "Torre del Sale" wurde das erste Mal 1094 erwähnt. Die Salinen exportierten große Mengen an Salz für die Märkte von Florenz und Siena.

Bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts stand  das "Casa del Sale" (Salzhaus) in einer eher ungesunden sumpfigen Umgebung. Nach der Rekultivierung der Sumpflandschaft durch die Lothringer wurde das alte "Salzhaus"  zu einem Festung mit Krankenhaus umgebaut. Daraus entstand dann eine Bastion mit Turm im frühen 19. Jahrhundert.

Die oberen Stockwerke des Gebäudes wurden bis 1960 von der Guardia di Finanza, als Büros genutzt.

Weiter südlich, Richtung Follonica, findet man den "Torre Mozza". Mit dem Auto erreicht man den Torre über die SP 152 nachdem man die SS1 Abfahrt Follonia Nord Richtung Piombino genommen hat.

Der historische Turm besteht aus 3 Gebäuden, die in verschiedenen Epochen gebaut wurden.

Der erste Gebäude, ein Quadrat, das direkt ans Meer grenzt, wurde in der ersten Hälfte des sechzehnten Jahrhunderts gebaut. Die 2 anderen Teile der architektonischen Struktur wurden an der gegenüberliegenden Seite angebaut.

Das Meer bei "Torre Mozza" weist eine Besonderheit auf. Ca. 10 m von der Küste entfernt, bedingt durch 2 unterschiedliche Wassertiefen, die aufeinandertreffen, entsteht so etwas wie ein "natürlicher Pool", der von Wellen und Strömungen weitgehendst geschützt ist. Außerdem kann man hier auch kleine Fische der typischen Fischfauna dieses Meeresabschnitts beobachten.